Tuesday, July 12, 2016

loblied an die deutsche sprache

*an ode to the german language: pugs and boobs are the same word.

Ich liebe Sprachen und tat mich nie schwer. Als zweijähriger Knopf zog mich Cartoon Network auf, und es war eine kleine Sensation in unserem Ort, dass ich im Kindergarten plötzlich fließend Englisch sprechen konnte. Später folgten die Matura in Englisch & Französisch, Italienisch als Hauptfach und Spanisch als Freifach. the grass is always greener on the other side - meinte ich, und schreibe seit Jahren auf Englisch. Dabei vergrub ich in den Tiefen meiner Festplatte Texte in meiner Muttersprache, nie für die Öffentlichkeit gedacht, und trotzdem gerade deshalb so ergreifend.

April 2013:

Es ist mal wieder Zeit, über die Vergangenheit zu reflektieren, um sie danach ruhen lassen zu können. Das einzige, das mich momentan beschäftigt, ist meine Einsamkeit. Ja, richtig, das ist etwas, mit dem ich noch nie zu kämpfen hatte.

Das klingt nun, als wäre ich eine Art Klette, eine von denen, die niemals allein war bzw. sein konnte, aber das bin ich nicht. Ich war oft allein, und ich war es gern. Nun bin ich wieder allein, aber es ist anders.

Eigentlich sollte ich zufrieden sein. Ich bin zuhause ausgezogen, habe einen tollen Job mit super Kollegen, die mich fördern und fordern und mich vor allem respektieren. Doch nun kommt das Erbärmliche – und allein, dass ich es so abwertend nenne, zeigt meine Wertschätzung für mich selbst: Nein, ich messe mich an der Meinung anderer, vor allem Männern.

Eines war ich nie – hoffnungslos. Für mich ist alles im Leben Ansichtssache, wenn mir die Aussicht nicht passt, ändere ich die Perspektive. Doch langsam scheint mir, ich sollte mir die Hoffnungslosigkeit einprügeln, vielleicht ändert sich dann etwas. Denn wenn sich etwas an der Situation ändern muss, wenn ich das will, dann muss ich mich ändern. Meine Ansichten, meine Einstellung, ich weiß es noch nicht.

Marketing lehrt uns, dass je klarer man seine Zielgruppe definiert, desto mehr Erfolg hat man. Wenn ich nicht genau weiß, was ich will, ziehe ich auch Menschen an, die nicht wissen was sie wollen. Rückblickend macht dies sehr viel Sinn, und so verstehe ich die Entscheidungen anderer und meine eigenen mehr. Ich bin mir sogar absolut sicher, dass niemand die Absicht verfolgte, mich bewusst zu verletzen.

Obwohl die meisten meiner Begegnungen das Inoffizielle gemeinsam hatten, so unterschiedlich waren sie. Es war interessant, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einzugehen, dabei rede ich nicht mal vom Sexuellen. Die Berührung, das Gespräch... wir sind doch alle Menschen, und alle für dasselbe geschaffen: Der Austausch, die Zuneigung, das Gemeinsame.

Gemeinsam. Da sind wir wieder beim Anfang. Nur am anderen Ende.

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